Krautreporter: Bisher nur Nischenprodukt

by Jan
Categories: Journalismus, Netz
Comments: No Comments
Published on: 13. Juni 2014

Geld Die Krautreporter haben es geschafft. Offenbar ist es doch möglich, in Deutschland zahlende Leser für guten Journalismus zu finden. Das wird man die nächsten Tage  überall lesen können.

Ich persönlich bin da ja etwas skeptischer. Zum einen muss man wohl annehmen, dass der Großteil der Abonnenten selbst Journalisten sind oder zumindest anderen Berufen aus der Medienszene nachgehen. Daher ist es zweifelhaft, ob sich der jetzige Erfolg so einfach wiederholen lässt. Allein die Augstein-Stiftung hat gleich 1000 Abos gekauft. Zumindest für mich ist das kein echtes Crowdfunding im eigentlichen Sinne mehr.

Ich selber habe die Kampagne bisher bewusst nicht unterstützt, da ein solches Projekt meiner Meinung nach nur dann irgendeine gesamtgesellschaftliche Relevanz haben kann, wenn es auch aus der Mitte der Bevölkerung getragen wird. So sehr ich den Kollegen den Erfolg könne, so sehr muss man das Krautreporter-Magazin doch als das bezeichnen, was es ist: ein Nischenprodukt.

Die Krautreporter waren bisher nicht geeignet, wirklich aus der Medien-Filterblase auszubrechen. Gestartet als eine Crowfunding-Platform würde man eigentlich denken, die haben die besten Voraussetzung. Aber schon die reguläre Crowdfunding-Platform war ja im Grunde ein reines Medien-Nischenprodukt. Eine Platform, um vom normalen Leser Geld einzusammeln war sie nie. (more…)

Der DJV-Verbandstag bei Twitter

by Jan
Categories: Journalismus, Netz
Tags:
Comments: 2 Comments
Published on: 7. November 2013

Mein erstes Mal als Delegierter beim Verbandstag des DJV war vor allem anstrengend. Ich bin zwar froh an der ein oder anderen Stelle meinen Beitrag geleistet zu haben, war aber oft auch enttäuscht oder ziemlich sauer (Stichwort U40-Quote). Eigentlich hatte ich mir vorgenommen aufzuschreiben, was man alles verbessern könnte. Das aberhat Rakph Bauer hier schon sehr gut erledigt.

Was ich aber beisteuern möchte, ist eine kleine Zusammenstellung an kritischen Tweets, die auf dem Verbandstag entstanden sind. Ich habe mir die meisten Tweets mit dem Hashtag #djv13 angesehen und führe unten all diejenigen auf, die in irgendeiner Form Kritik enthalten. Die Tweets sind lediglich chronologisch sortiert. Natürlich gab es auch Lob, Scherze oder einfache Info-Tweets. Ich will hier aber einen Beitrag leisten Missstände zu beheben. (more…)

Tauschbörsen: Kulturelle Notwehr

by Jan
Categories: Netz
Comments: No Comments
Published on: 11. Juni 2013

Dank eBooks hat das Thema illegale Downloads inzwischen auch die Buchbranche erreicht und führt zu den gleichen Reflexen, die wir schon bei Musik & Filmindustrie beobachten durften. Da wird von Diebstahl gesprochen und behauptet Filesharing mache all das kaputt, wofür man hart gearbeitet habe. Nur beweisen konnte das bisher niemand. Ich hatte ja die Hoffnung, dass da vor allem alte Besitzstandswahrer am Werk seien, die man mehr oder weniger schnell in die Rente verabschieden würden.

Leider gibt es aber tatsächlich auch Nachwuchskreative, die auf dieses alte Muster hereinfallen. Sie werden uns daher wohl noch länger begleiteten und brav die Meinung ihrer Verwerterfreunde auftischen. Ein Beispiel findet sich zum Beispiel im Blog Charly & Friends, auf dem die Autorin Pia Ziefle in diesem Beitrag ihren Unmut über illegale Downloads Luft macht.  

Das es inzwischen mehrere Studien zu dem Thema gibt, die ihr klar widersprechen ist ihr wohl leider entgangen. So kam erst vor wenigen Monaten eine Studie der EU-Kommission (http://ftp.jrc.es/EURdoc/JRC79605.pdf) zu folgendem Ergebnis: “All diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass unsere Probanden die überwiegende Mehrheit der Musik nicht legal gekauft hätten, wenn sie diese vorher nicht “illegal” herunterladen könnten.” (Seite 16, dritter Absatz) (more…)

Lesetipp: Wir brauchen wütende Nerds

by Jan
Categories: Netz
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 3. Januar 2012

Auf der Webseite der Technology Review findet sich seit Kurzem ein sehr schöner Gastbeitrag zum derzeitigen Shift, weg vom PC, hin zum Tablet und Smartphone.

Der Harvard Professor Jonathan Zittrain warnt in dem Beitrag davor, dass das Aussterben der konventionellen PCs Probleme bei Freiheit und Innovationen im Internet mit sich bringt. Den die neuen Geräte sind nicht mehr einfach nur Computer, die halt einfach klein und Mobil sind. Sie sind leider oft geschlossene Systeme, auf die von wenigen Großkonzernen kontrolliert und zensiert werden.

Vor allem Apple kommt – wenig überraschend – sehr schlecht weg. So dürfen Softwareentwickler zum Beispiel keine Apps für das iPhone verkaufen, die dieselbe Funktion wie bestehende Appleprodukte haben. Wer nicht glaubt, dass das schlimm sein könnte, der muss sich Nurmal zu Gemühte führen, was das für andere Branchen heißen würde. Sagen wir einmal Carl Benz hätte im Jahr 1886 allen anderen Menschen auf der ganzen Welt verboten, ebenfalls Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor zu bauen, da sein Produkt das Einzige sei, das dies dürfe. Es gäbe weder Toyota, Volkswagen oder gar Ferrari.

Lächerlich? Natürlich, aber heute eben gang und gäbe. Nun ist Apple zum Glück, real betrachtet nur ein kleiner Fisch. Der Marktanteil von Apple im Smartphonemarkt ist glücklicherweise bei lediglich 15-16 Prozent. Aber besorgniserregend ist dies trotzdem, den vor 10 Jahren wäre ein solches Geschäftsmodell noch als absurd verlacht worden, heute verdient man damit Milliarden. Das Konzept könnte sich also schnell auf andere Konzerne ausbreiten.

Uhl will Digitask Mitarbeiter anstellen?

by Jan
Categories: Netz, Politik
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 27. Oktober 2011

Manchmal fragt man sich warum viele Menschen so viel Geld für Kino, Theater und Bücher ausgeben. Die beste Unterhaltung liefert doch, wie so oft, das reale Leben. So kann man dieser Tage in der Mitteldeutschen Zeitung nachlesen, dass der innenpolitische Sprecher der Union Hans-Peter Uhl mit dem Gedanken spielt, Mitarbeiter des Unternehmens Digitask beim Bund anzustellen.

Jetzt ist vielleicht nicht mehr jedem klar, wer Digitask ist. Es handelt sich dabei um das Unternehmen, das den Staatstrojaner programmiert hat. Genau, den Trojaner, dessen Verwendung einen Bruch der Verfassung darstellt. (more…)

Bundestrojaner schnüffelt, trotz Verfassungsbuch

by Jan
Categories: Netz
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 9. Oktober 2011

Deutsche Sicherheitsbehörden verletzten beim Schnüffeln auf Computern offenbar regelmäßig das Grundgesetz. Das zumindest behauptet der Chaos Computer Club (CCC). Der CCC ist eine Hackervereinigung, die sich unter anderem dem Datenschutz verschrieben hat und nun die Möglichkeit hatte, einige staatliche Spionageprogramme zu analysieren. Wie sich zeigt, können die staatlichen Trojaner mehr mit den Rechnern der überwachten Personen anfangen als erlaubt. So können sie zum Beispiel Daten auf den infizierten Rechner hinterlegen.

Das heißt, fehlt ein Beweis um einen Verdächtigen zu verhaften, kann der Geheimdienst ihn einfach selber auf dem PC der Zielperson installieren. Eine Kontrolle, um genau das zu verhindern, gibt es indes nicht. „Unsere Untersuchung offenbart wieder einmal, dass die Ermittlungsbehörden nicht vor einer eklatanten Überschreitung des rechtlichen Rahmens zurückschrecken, wenn ihnen niemand auf die Finger schaut“, heißt es beim CCC.
(more…)

Motivationsloch?

by Jan
Categories: Allgemein, Netz
Tags: No Tags
Comments: 1 Comment
Published on: 25. August 2011

Mal wieder ein Motivationsloch? Dieses Video kann helfen:

Ira Glass on Storytelling from David Shiyang Liu on Vimeo.

Firefox Version Nummer ölfundreisig ist da

by Jan
Categories: Netz
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 15. August 2011

Quelle: http://static.gulli.com/media/2009/mozilla_firefox.jpgIch nutze den Firefox Browser, seit es ihn gibt. Nein, eigentlich noch länger, den ich habe schon mit Mozilla gearbeitet, bevor es dann Firefox gab. Ich war auch immer zufrieden und habe meist nur Gutes zu berichten gehabt, aber das ändert sich so langsam.

Seit Firefox alle paar Wochen in einer komplett neuen Version rauskommt bin ich ein wenig genervt. Noch vor einem Jahr konnte ich den Browser nahezu automatisch auf dem neusten Stand halten. Es gab Version 3, irgendwann 3.1, dann 3.2 und so weiter. Die neuste Version hatte ich dank automatischem Update immer ruck zuck auf dem Rechner. Seit dem letzten Major Release 4 ist alles anders. So gut es sonnst auch war, es gibt keine Version 4.1, wir springen direkt zur 5, gerade ganz neu ist die 6 und was mit Version 8 kommt weiß man auch schon. (more…)

CDU Ministerium setzt sich für Netzneutralität ein

by Jan
Categories: Netz, Politik
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 6. Juli 2011

Auf heise.de ist heute nachzulesen, dass sich das Bundesforschungsministerium für Netzneutralität ausgesprochen hat. Das ist schon eine kleine Revolution, fährt die CDU doch sonst einen ganz anderen, marktradikalen Kurs.

In einem Positionspapier des Ministeriums heißt es: „Ein fairer Umgang mit allen Nutzern auf der Basis der Netzneutralität ist zu gewährleisten, um der Entwicklung eines 2-Klassen-Internets entgegenzuwirken.“ Bemerkenswert ist dies auch, wenn man sich überlegt, wie der Laden sonnst geführt wird. So ist mir aus Ministeriumskreisen berichtet worden, elektronische Schriftstücke an Ministerin Schavan müssten per Diskette an diese weitergereicht werden. Da natürlich auch dort kaum noch jemand einen Rechner mit Diskettenlaufwerk hat, gibt es glücklicherweise ein US-Diskettenlaufwerk, das man anfordern kann. (more…)

EU und Deutschland sagen nein zur Netzneutralität

by Jan
Categories: Netz, Politik
Tags: No Tags
Comments: No Comments
Published on: 4. Juli 2011

Die Laune bei Netzaktivisten dürfte derzeit eher schlecht sein. Noch vor kurzem war das anders, da haben die Niederlande ein Gesetz verabschiedet, dass Netzneutralität vorschreibt. Alle Daten die durchs Niederländische Netz geleitet werden, sind also gleichberechtigt. Meine E-Mail ist genauso wichtig wie jede andere auch. Das Youtube-Video kommt nicht schneller an, als das von Vimeo.

Europaweit und ganz speziell in Deutschland sieht das aber ganz anders aus. Die deutsche Bundesregierung glaubt, dass der Markt es schon richten wird. Wenn ein Provider, sei es die Telekom, Vodafon oder sonnst wer anbietet, gewisse Daten schneller durchs Netz zu leiten, dann sei das gut. Den damit würden sie mehr Geld verdienen und dies dann in die Infrastruktur investieren. Das wiederum kommt ja allen zugute.

Ganz so einfach ist das aber leider nicht. (more…)

«page 1 of 2
Welcome , today is Samstag, 25. November 2017