Vom Tippfehler, der Post und meinem Paket

by Jan
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Published on: 15. Januar 2012

Wer schimpft nicht gerne auf die alten Staatskonzerne. Die Bahn ist immer zu spät, die Energiekonzerne sind Abzocker und die Telekom eine Servicewüste. Bisher gab es allerdings eine Ausnahme. Die liebe Post hat mir immer meine Briefe und meine Post gebracht. Immer pünktlich, immer zuverlässig. Und dank der Packstationen gibt es nicht mal mehr Ärger, weil man eh nie zuhause ist, wenn der DHL-Mann kommt.

Das gilt aber nur so lange, wie niemand einen Tippfehler macht. Passiert das, tut die Post, was man in Fukushima leider nicht konnte, sie startet die große Notabschaltung – nichts geht mehr. Um das zu erklären, muss ich allerdings ein wenig ausholen. Am 6. Januar erhielt ich zwei Pakete mit neuer Fotoausrüstung von Amazon. Dass die Pakete angekommen waren, erfuhr ich vorher durch den E-Mail-Service der DHL. Da ich mehrere Pakete erwartete, las ich nicht alle Mails der DHL. So entging mir zunächst, dass angeblich ein weiteres Paket in Berlin auf mich wartete.

Ein weiteres Paket? Berlin? Da stimmte doch was nichts, wie ich später feststellte. Ich wohne 400 km weit weg und ich hatte meine Pakte ja schon. Zu diesem Zeitpunkt machte ich Fehler Nummer eins, ich war ehrlich. Die Post hatte offenbar ein Paket falsch zugestellt. Irgendwer, vermutlich in Berlin, wartete nun also auf sein Paket, das nur ich hätte abholen können. Also schrieb ich der DHL eine E-Mail, dass da wohl ein Paket falsch auf meinen Namen zugestellt wurde.

Nun hätte die Post das Paket einfach an den richtigen Empfänger zu schicken brauchen und alles wäre gut. Passiert ist vieles, nur das leider nicht. Als Erstes sperrte die DHL meine Paketkarte. Als kurze Erklärung: Jeder der die Paketstation nutzt bekommt eine Karte die man ähnlich, wie die EC-Karte der Bank zum Abholen der Lieferung an der Station nutzt. Das geht ganz einfach, Karte einstecken, PIN eingeben und Paket entnehmen.

Das konnte ich nun natürlich nicht, mein PIN war gesperrt. Nun ist es ja schön, das die Post auf Sicherheit achtet, allerdings lagen bei mir keine Sicherheitsprobleme vor. Ich untersuchte alle meine Rechner auf Viren, Sicherheitslücken und so weiter. Alle meine Accounts auf Webseiten machen einen intakten Eindruck, mein Girokonto und meine Kreditkartenabrechnung zeigten ebenfalls nichts Ungewöhnliches.

So sehen sie aus, die eigentlich wundervollen Packstationen.

All das erläuterte ich der DHL in einer Mail und bat sie die Sperrung aufzuheben. Den ich hatte inzwischen ein weiteres Paket bestellt, das nun in der Station lag und an das ich nun nicht herankam. Die Erläuterung schickte ich per Mail, beantwortet wurde sie nicht. Also rief ich nach über 24 Stunden die Hotline an.

Das half zwar nicht das Problem zu lösen, die Dame am anderen Ende konnte nicht viel mehr als Standardsätze zur Kundenberuhigung von sich geben, aber eine kleine Information lies sie versehentlich durchsickern. Jemand anders hatte sich bei seiner Bestellung wohl einfach nur vertippt. Auf diesen Poststationskarten, die ich eben erwähnte, steht nämlich eine Nummer. Diese Nummer definiert für die Post, wer der Empfänger ist. Nun hat jemand aus Berlin offenbar meine Nummer verwendet und deshalb erhielt ich die Nachricht sein Paket wäre nun da. Dass auf den Pakten auch der echte Name steht und man das hätte abgleichen können, ist der DHL leider nicht eingefallen.

Diese Person aus Berlin war auch kein Betrüger, denn er hatte das Paket ja weder auf meine Kosten bestellt, noch versucht es abzuholen. Nun musste ich mehrere Tage darauf warten eine neue PIN zu bekommen, die natürlich per Einschreiben zu einer Zeit zugestellt wurde, an der ich nicht zuhause war – genau der Grund warum man die Paketastion ja überhaupt erst nutzt.

Nun habe ich mit 5 Tagen Verspätung endlich mein Paket und die Welt ist wieder halbwegs in Ordnung. Wäre da nicht die neuste Mail der DHL. Ich möge mich doch endlich darum kümmern, mein Paket aus Berlin abzuholen.

Liebe Post, wenn ihr mir ein Bahnticket nach Berlin zahlt, werde ich das gerne tun. Ich werde auch auf eigene Kosten das Paket, das mir nicht gehört, dem echten Besitzer zustellen. Schade das ihr das nicht könnt. Und sollte noch einmal jemand versehentlich meine Nummer nutzen, ich vertippe mich ja auch mal, werde ich nicht mehr nett und ehrlich sein. Das ist schade, ich bin doch eigentlich ein netter Kerl.

Ich habe euch nun eine neue Anfrage geschickt und möchte die Antwort gerne hier veröffentlichen liebe DHL.

  • Wieso könnt ihr Tippfehler nicht von echten Sicherheitsfehlern unterscheiden?
  • Warum ignoriert ihr die Namen, die auf den Paketen stehen? Sind wir Kunden tatsächlich wortwörtlich nur Nummern für euch?
  • Gedenkt ihr den echten Besitzer des Berliner Pakets zu finden? Er wartet seit über einer Woche!
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